Kompass für deine Tinnitus-Bewältigungs-Reise

Kompass für Tinnitus

Über meine Care-Kommunikation erreichen mich ganz unterschiedliche Fragen:

Soll ich diese oder jene Behandlung machen?
Warum ist mein Tinnitus morgens laut?
Ich habe einen neuen Ton, geht der wieder weg ?
Was, wenn mein Tinnitus schlimmer wird?
Was, wenn der Arzt doch etwas übersehen hat?

Auf den ersten Blick scheint es um verschiedene Fragen zu gehen.
Doch bei genauerer Betrachtung wird klar, dass hinter all diesen Fragen immer derselbe Wunsch steckt:

 „Annette sag mir bitte, dass alles gut ausgeht.“
Und ich kann diesen Wunsch sehr gut verstehen.
Als ich noch unter meinem Tinnitus litt, habe ich mir auch sehnlichst gewünscht, dass mir jemand sagt:
„Alles wird gut.“

Und wenn ich eine beruhigende Antwort bekam, fühlte ich mich manchmal sicherer.
Allerdings nicht lange.
Denn schon bald tauchte die nächste Frage auf. Das nächste mögliche Szenario. Das nächste „Ja, aber was, wenn …?“ Hinter all den Fragen steht immer das Gleiche - dein  Wunsch über Kontrolle Sicherheit zu erlangen.

Entscheidend ist , dass du verstehst: Deine Gedanken erzeugen deine Angst. Deine Angst bestimmt deinen Drang die Ohrgeräusche zu beobachten.Und dein Beobachten rückt deinen Tinnitus in deiner Wahrnehmung nach vorne.

Jeder Gedanke wirkt. Erforsch deine Gedanken bewusst. Frag dich: Ist das ein dienlicher Gedanke?  Oder schwächt und verunsichert mich dieser Gedanke? UND die allermeisten Szenarien, die du in deinem Kopf durchspielst, treffen niemals ein!

Vielleicht schluckst du gerade. "Wie soll ich das bloß ändern? Wie soll ich diese Unsicherheit aushalten?" Das geht nicht über Nacht. Das ist ein Prozess.

Was ich auf meinem Weg aus dem Tinnitus lernen durfte:
“Ich kann nicht alles kontrollieren.“ „Ich darf meinen Tinnitus loslassen.“ „Ich darf vertrauen.“

Schön, dass du da bist 

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